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Nachdem Shana ihnen den Tagesablauf erklärt hat und Shaelynn fertig gefrühstückt hat, begibt sie sich mit Cery wieder in den Palazzo. Vor seiner Zimmertür verabschieden die beiden sich schnell und dann eilt sie mit schnellen Schritten hinauf in ihr eigenes Zimmer. Bevor sie in die Stadt reiten macht sich Shaelynn noch eben etwas frisch. Nicht dass sie nach den vergangenen Wochen  so sehr auf Sauberkeit und gutes Aussehen bedacht wäre, aber sie wollte auch vor Shana keinen schlechten Eindruck hinterlassen. Voller Vorfreude, denn welches Mädchen freut sich denn nicht, neue Kleider zu bekommen, macht sie sich leicht hüpfend wieder auf den Weg hinaus in den Stall. Als sie gerade die Eingangshalle durchquert, hört sie hinter sich Schritte. Sie dreht sich um und wie erwartet ist es Cery, der auf sie zueilt. Sie gibt ihm einen freudigen Knuff in die Seite und kichert ganz aufgeregt: „Hihi, jetzt geht’s in die Stadt, ich freu mich schon voll, endlich bekomme ich neue schöne Kleider.“  „Mädchen....“,murmelt dieser daraufhin nur etwas genervt. Obwohl auch er insgeheim zugeben muss, dass er sich auf den Besuch in der Stadt sehr freut.

Draußen am Stall angelangt treffen die beiden auf Shana und Marius, welche in der Zwischenzeit anscheinend schon ein Pferd für Cery ausgesucht hatten. Dieses machte sogar für ein Pferd einen recht freundlichen Eindruck, wie er fand. Obwohl er noch nie wirklich viel für diese Tiere empfunden hat. Als er vorhin zu Shana gesagt hatte, er könne so einigermaßen reiten, hatte er nicht wirklich die Wahrheit gesagt. In Wirklichkeit ist er nämlich noch nie richtig geritten. Aber vor Shaelynn wollte er nicht als totaler Volltrottel da stehen. Irgendwie würde er sich schon auf dem Pferd halten können. Allzu schwierig kann es ja wohl nicht sein. Geduldig wartete er, bis auch Shaelynn, Marius und Shana ihre Pferde aus dem Stall geholt und gesattelt haben.  Sobald die drei ihre Pferde auf den Hof geführt hatten, saßen sie auch schon oben. Cery stand nun neben seinem Pferd und wusste nicht so recht, wie er dort hinauf kommen sollte. Auf einmal kam ihm der Pferderücken erstaunlich hoch vor. Er versuchte es nun einfach den anderen nachzumachen und den Fuß irgendwie in den Steigbügel zu bekommen. Nun war er wirklich sehr dankbar, genau dieses Pferd bekommen zu haben, denn trotz seiner Verrenkungen und Turnereien bewegte es sich nicht von der Stelle. Irgendwie schaffte er es dann doch noch tatsächlich sich in den Sattel zu hieven und mit hochroten Kopf, weil die anderen ihn sehr amüsiert beobachtet hatten, nimmt er die Zügel auf. „ Worauf wartet ihr noch?“, fragt er und daraufhin setzen sich die Pferde der anderen in Bewegung. Seines war sehr brav und trottete den anderen einfach hinterher, wofür Cery ihm sehr dankbar war. Er nahm sich vor, sich bei Zeiten mal in den Stall zu schleichen und dem Pferd ein Stück Brot oder irgendwas Leckeres unterzuschieben.

Als sie den Hof des Palazzos verlassen, gibt Shana das Kommando zum Trab. Für Cery fühlt sich das alles sehr holprig an, und er hat Mühen sich im Sattel zu halten. Als er gestern mit Shaelynn zusammen geritten war, hatte er den Trab deutlich weniger schlimm gefunden, da er jemanden zum festhalten hatte. Nun baumelten die Zügel irgendwo auf dem Hals des Pferdes rum, weil er diese losgelassen hat, da er sich lieber darauf konzentriert sich am Sattel festzukrallen um nicht vom Pferd zu fallen. Bei jedem Schritt des Wallachs wird er unsanft in die Luft geschleudert und prallt noch viel unsanfter wieder in den Sattel.

Shaelynn, die hinter Cery reitet, amüsiert sich währenddessen prächtig. Irgendwie tut Cery ihr ja Leid, aber es sieht einfach zu lustig aus, wie er da so hilflos auf dem Pferd rumhopst. Sie treibt ihre Stute Aimee neben Cerys Wallach und gibt ihm ein paar Tipps, wie es angenehmer auf dem Pferd auszuhalten ist, z.B. durch Leichtraben. Mit ihrer Hilfe  schafft er es dann auch etwas sicherer auf dem Pferd zu bleiben und es tut auch deutlich weniger weh. mit den Zügeln kann er zwar immer noch nicht viel anfangen , weil er sich immer noch mehr darauf konzentriert sich am Sattel festzuhalten, aber es ist deutlich besser als am Anfang. Ihm kommt es wie eine Ewigkeit vor, als sie endlich an den Stadttoren angelangen. Erleichtert atmet er auf, als Shana ihr Pferd in Schritt fallen lässt und auch er nun wieder angenehm im Sattel sitzen kann. Ohne Probleme reitet die kleine Gruppe durch die Stadttore Roms hinein und Shana führt sie durch die engen Gassen bis sie ihr Pferd vor einem kleinen Laden zügelt. Froh, endlich vom Pferd runterzu können, springt Cery ab. Er kann kaum noch richtig stehen, und als er versucht zu gehen kommt er sich vor wie eine Kugel auf zwei Beinen, weil er durch die ungewohnte Bewegung seine Oberschenkelmuskeln deutlich überstrapaziert hat. Hinter ihm steigt auch Shaelynn ab, deutlich eleganter, ebenso wie Shana und Marius und erwartungsvoll blicken die beiden Kinder zu Shana.
3.6.07 21:56


Die Sonne steht bereits hoch am Himmel und taucht die Stadt in ein sanftes, angenehmes Licht. Shana blinzelt leicht, als sie gen Himmel schaut und die Sonne sie blendet. Es ist angenehm war, so dass sie schon in ihrem Mantel leicht anfängt zu schwitzen. Sie befinden sich nun mitten in der großen Stadt Rom. Ein reges Treiben herrscht in den Straßen, jeder geht seinen Aufgaben nach, achtet kaum auf die anderen, was Shana eigentlich ganz recht ist. Sie mag es eben nicht besonders, viel Beachtung geschenkt  zu bekommen, wenn sie es nicht gerade darauf anlegt. Viel mehr möchte sie ihrer Tätigkeit nachgehen und dabei wie alle anderen zu sein.

Aus dem kleinen Laden, vor denen sie angehalten hatten läuft ihnen nun ein kleiner, rundlicher Mann mit einem freundlichen Gesicht entgegen. „Signora de Talavera“, läuft er ihr entgegen, ein freundliches Lächeln auf den Lippen. Er nimmt die Zügel ihres Pferdes, woraufhin Shana galant absteigt und den Mann ebenfalls begrüßt. „Wir würden gerne unsere Pferde bei Euch lassen“, fährt sie dann fort. „Wir sind in bald wieder da und wünschen unsere Pferde so lange in Sicherheit.“ Der kleine Mann nickt. „Aber natürlich, wie immer, Signora.“ Zufrieden lächelt sie, während der Mann ihr Pferd in den hinter dem Haus gelegenen Stall bringt und kurz darauf zurückkommt, um auch die zwei anderen Pferde zu holen. Für die Familie de Talavera war es schon immer wichtig, ihre wertvollen Pferde während ihrer Besorgungen sicher zu wissen und so zeigten sie sich immer sehr großzügig in der Bezahlung, was auch jetzt der Grund ist, dass sich der kleine, rundliche Mann über den Besuch freut.

 

Während der Mann die Pferde der Kinder fortbringt, wendet Shana sich an die beiden. „So, jetzt werden wir die benötigten Sachen besorgen.“ Sie mustert die beiden kurz und fährt dann fort. „Ich habe da meine Beziehungen zu Händlern und dort werden wir hingehen. Außerdem“, sie sieht die Kinder gebieterisch an, „wünsche ich es nicht, wenn ihr mich bei Verhandlungen oder Gesprächen unterbrecht oder euch einmischt, ist das verstanden?“ Sie wartet einen Moment. „Dann lasst uns aufbrechen.“ Sie geht vor, geht dabei sicher, dass beide ihr folgen, während sie die breite Straße verlassen und in eine kleine Seitengasse einbiegen, die sie weiter ins Innere von Rom führen wird. „Die besten Läden befinden sich nicht gleich an der Straße, sie sind meist abgelegen“, erklärt sie den beiden, die immer noch hinter ihr her laufen. So biegen sie des Öfteren in eine neue Gasse ab bis sie schließlich wieder auf einer etwas breiter gelegenen Straße landen, auf der aber nur halb soviel los ist, wie zuvor auf der großen Straße nahe dem Stadttor. Shana verlangsamt ihre Schritte und dann stehen sie auch schon vor einem unscheinbaren Laden, der, so kündigt es das Holzschild über der Tür an, einer Schneiderin gehört. „Sie ist meiner Familie schon ewig bekannt“, wendet sie sich den beiden zu. „Signora Cecilia ist ihr Name, so nennen sie alle und so wünscht sie es, angesprochen zu werden. Hier werden wir dir ein Kleid schneidern lassen, Shaelynn. Folgt mir nun und verhaltet euch freundlich vor der Signora.“ Sie wirft den beiden noch einen kurzen Blick zu, dreht sich dann um. Sie drückt die Tür auf, worauf sofort kleine Glöckchen ertönen, die über der Tür hängen. Signora Cecilia kommt sofort aus einem der Hinterzimmer gelaufen, um die Gäste zu begrüßen, welche sich gerade in einem mittelgroßen Raum befinden, der nicht besonders hell erleuchtet ist und in dem sich nur ein Tisch und ein Spiegel befinden.

 

„Seid mir gegrüßt“. Sie lächelt die drei an. Shana grüßt die alte Frau mit dem schulterlangem, grauem Haar und der hageren Figur freundlich zurück. Signora Cecilia tritt auf Cery und Shaelynn zu. „Und wer seid ihr zwei?“ „Sie gehören zu mir“, antwortet Shana anstatt der beiden. „Ich bilde sie aus. Doch das Mädchen benötigt zwei gute Kleider, mit denen sie sich sehen lassen kann sowie ein Kampfkleid, das sie nicht an Bewegungen hindert. Ich dachte mit, Ihr wäret die richtige für diesen Auftrag.“ Signora Cecilia klatscht begeistert in die Hände. „Dann wollen wir mal, um die Bezahlung kümmern wir uns dann später, nicht wahr?“ Shana nickt und deutet Shaelynn an, hinter der Signora her zu gehen. „Wir werden dich nachher wieder abholen, es wird hier eine Weile dauern.“

 

Nachdem sie mit Cery, der nun ein wenig missmutig gelaunt ist, da Shaelynn nicht dabei ist, den Laden verlassen hatte, offenbarte sie nun auch ihm, was sie beide nun tun würden. Seine Miene hellte sich dann auch sogleich auf, als sie ihm sagte, dass sie ein geeignetes Schwert für ihn suchen gehen würden, denn nicht weit von hier gibt es einen Schmied und zu dem gehen sie hin. Er wird den beiden jeweils ein gutes Schwert schmieden, was ihren Ansprüchen erstmal gerecht werden würde und sie zugleich nicht überbelasten würde. Nachdem auch das getan ist, machen sie sich wieder auf den Weg, um Shaelynn von der Schneiderin abzuholen. „In drei Tagen werde ich die Kleider fertig genäht haben“, sagt diese, als Shana und Cery den Laden betreten. „Sehr schön, dann bräuchten wir jetzt auch noch etwas für den Jungen.“ Und so ließen sie nach einem kurzen Gespräch über die Kleidung die Cery bekommen sollte, diesen dort zurück, während Shana mit Shaelynn einen neuen Sattel für ihre Stute Aimee gehen würden.

6.6.07 18:11





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