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Erstaunt betritt Shaelynn ihr neues Zimmer. Wie fast alles in diesem Haus, nein, Palazzo, war es sehr schön und prächtig eingerichtet. Den meisten Platz des Raumes nahm ein großes Bett ein, auf welchem eine schöne, dunkelrote Decke und mehrere Kissen liegen. An der einen Wand befinden sich große Fenster, welche am Tage wohl eine schönes Sicht auf das an den Palazzo angrenzende Gebiet freigeben. Jetzt jedoch war es schon dunkel und es war dementsprechend nicht viel zu sehen. Gegenüber der Fensterseite befand sich ein großer, stilvoller aus dunklem Holz gefertigter Schrank. Daneben hängt noch ein Spiegel mit verschnörkeltem Rand, vor welchen Shaelynn nun tritt. Sie hatte sich nun schon sehr lange nicht mehr im Spiegel gesehen, da sie auf der langen Reise mit Pater Paul keine Gelegenheit dazu bekommen hatte. Nun betrachtete sie sich aufmerksam. Seit dem Tod ihrer Eltern hatte sie sich geändert. Ihr Gesicht hatte einen etwas verkniffenen Ausdruck bekommen, welcher jedoch sofort verschwindet, als sie sich selbst zu lächelt. Mit dem Lächeln im Gesicht sieht sie wieder fast aus wie früher. Ihre Haut ist durch die monatelange Reise an der frischen Luft deutlich brauner geworden, und auf ihrer Nase befinden sich nun einige vorwitzige Sommersprossen. Auch ihre Haare sind durch die tägliche Sonnenstrahlung heller geworden, jedoch kann man davon im Moment nicht viel erkennen, da sie fettig und von Staub und Schmutz überzogen in ihr Gesicht hängen.
In dem Moment klopft es an der Tür und Shaelynn schreckt vom Betrachten ihres Spiegelbildes auf. Auf ihr gerufenes ‚Herein’ betritt ein Bediensteter ihr Zimmer. In der Hand hält er ein Tablett mit einem Glas und einer Kanne voll mit Wasser. „Ich habe Euch etwas zu trinken gebracht, wo darf ich es abstellen?“, fragt er höflich und Shaelynn ist erst ein wenig verdattert, da sie seit ihrem Fortgang aus Amerika keine Diener mehr um sich rum hatte. „Ähhmm...Danke, stellt es dort ab“, sagt sie und deutet mit der Hand auf den hübschen Eichentisch, welcher im Zimmer steht. „Ich werde euch jetzt das Wasser einlassen, wenn es Euch genehm ist.“, antwortet der Bedienstete ihr. „Dankeschön“, meint Shaelynn nur und macht sich daran, das Glas mit Wasser zu füllen. Während ihr das kühle Wasser angenehm den Hals hinunter läuft, denkt sie über Cery nach. Wie er sich wohl nun fühlen musste? Und was er wohl dazu sagte, dass er nun einen eigenen Bediensteten hat? Wahrscheinlich wusste er gar nicht richtig, wie er damit umgehen sollte. Es war garantiert das erste Mal, das ihm beim Baden ‚geholfen’ wurde.
Nun geht die Tür jedoch wieder auf und dieses Mal ist es Shana, welche hinein tritt und ihr kurz mitteilt, dass sie sie am nächsten Morgen abholen würde. Kurz nachdem sie wieder aus dem Zimmer herausgegangen ist, berichtet ihr der Bedienstete, das das Bad nun endlich fertig ist. Diese Aufforderung lässt Shaelynn sich nicht zweimal sagen, sondern streift sich schon auf dem Weg ins Bad die Klamotten ab. Den verdutzten Blick des Bediensteten ignoriert sie, als sie schon  einen Augenblick später in der Wanne sitzt. Genüsslich schließt sie die Augen und genießt das angenehme warme Wasser. Diese öffnet sie auch nicht, als der Bedienstete anfängt ihr in die Haare gut duftendes Shampoo (hmm..sarah, hatten die damals eigentlich schon Shampoo? :P)  einmassiert. Während des Bades unterhält sich Shaelynn mit ihm und erfährt dabei, das der Bedienstete Marius heißt und schon seit vielen Jahren bei den de Talaveras arbeitet. Einige Zeit später ist Shaelynn dann tatsächlich wieder sauber geworden (es hat ziemlich lange gedauert, die Schmutzschicht aus ihren Haaren herauszubekommen), und sitzt im Nachthemd im Bett, als es wieder an der Tür klopft. Erst dachte Shaelynn es wäre wieder Marius, der erst vor wenigen Augenblicken den Raum verlassen hatte, und war dann umso mehr überrascht, als sie Cerys strubbeligen Haare durch den Türspalt luken sieht. „Shaelynn?“, fragt er vorsichtig und öffnet die Tür noch ein wenig mehr. „Komm nur rein“, meint Shaelynn und winkt ihn ins Zimmer. Cery folgt ihrer Aufforderung und lässt sich, nachdem er die Tür sorgfältig hinter sich geschlossen hat, neben sie auf ihr Bett fallen. Shaelynn beobachtet ihn aufmerksam und stellt fest, das er so frisch gewaschen und mit von der Wärme des Bades geröteten Wangen, noch süßer aussieht.
„Das ist echt total unglaublich! Ich hätte niemals gedacht, dass ich in ein warmes und so gut riechendes Bad steigen dürfte! Und dann sogar noch mit einem Diener. Das ist echt der Wahnsinn.“, sagt Cery aufgeregt zu Shaelynn. „Und du glaubst gar nicht, wie schwierig es war, mich vor dem Diener auszuziehen, ohne das der eine meiner vielen, im Mantel und Schuhen und in der Hose und im Pulli und eigentlich überall versteckten Waffen entdeckt. Ich glaube das hätte ziemlichen Ärger gegeben.“ „Hmm..vielleicht solltest du die Waffen direkt morgen an Shana ausliefern. Weil die wird die so oder so entdecken, und hinterher denken die wirklich noch, du wärst ein Spion!“, rät Shaelynn ihm.
Die beiden redeten noch ein wenig über den Tag, und beschlossen dann jedoch, das es wirklich Zeit zum schlafen gehen wäre, da der morgige Tag bestimmt sehr anstrengend werden würde. Bevor Cery jedoch aus ihrem Zimmer huscht, zieht Shaelynn ihn noch zurück zu sich und gibt ihm einen Kuss auf die Wange. „ich mag dich wirklich gerne.“, flüstert sie und lässt ihn nun gehen. Müde und den Kopf voller Gedanken und Eindrücke über den heutigen Tag , lässt sie sich in ihr Bett fallen, bläst die Lampe aus und schläft in kurzer Zeit ein.
11.4.07 22:37


Da die beiden nun ihre Teller geleert hatten, wird es Zeit, ihnen ihre Zimmer zu zeigen. Doch erst einmal müssen die übrigen Fragen geklärt werden. So setzt sie sich wieder in ihren Sessel, die Arme auf die Lehnen liegend. Kurze Zeit scheint sie in Gedanken versunken zu sein. Dann hebt sie ihren Kopf wieder und sieht die beiden nacheinander an. „Mh.“ Soll sie Cery ebenfalls als Vampirjäger ausbilden? Was würden ihre Geschwister dazu sagen, denn eigentlich werden nur Familienmitglieder ausgebildet. Während Shana grübelnd dasitzt, rutscht Cery unruhig in seinem Sessel hin und her. Er fühlt sich sichtlich unerwünscht und würde am liebsten davon kriechen. Doch möchte er Shaelynn auf keinen Fall alleine lassen, was sowohl ihn als auch sie traurig machen würde. Er schielt kurz zu ihr rüber und schenkt ihr ein kurzes Lächeln. Als Shana dann wieder das Gespräch aufnimmt, gleitet sein Blick wieder aufmerksam zu der Jägerin, denn vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung für ihn.

„Entschuldigt die lange Pause“, fängt sie, während sie die beiden mit festem Blick ansieht, was bei ihr keine unfreundliche Geste ist, sondern sich so mit der Zeit bei ihr eingeschlichen hat. „Wie bereits gesagt, könnten wir übermorgen, eventuell sogar morgen, mit deinem Training anfangen“, sagt sie zu Shaelynn. Dann wird ihre Stimme ernster. „Doch was ich mit dir mache, dass kann ich nicht sagen – noch nicht. Es ist schwierig, ich darf nicht einfach jeden zum Jäger ausbilden. Es ist ausschließlich den Familienmitgliedern vorbehalten.“ Sie räuspert sich kurz. Denn der Junge sieht sehr widerstandsfähig aus, er scheint kein verwöhntes Kind zu sein, das sich vor jedem ziert. Er würde sicherlich einen guten Jäger ausgeben. „Aber ich denke trotzdem, dass du eventuell die Stärke dazu hast.“ Sie sieht ihn eindringlich an. „Doch zuvor müssen wir natürlich klären, wer genau du bist und woher du kommst.“ Ihr Blick wird ein wenig eindringlicher. „Denn einen Spion möchte ich nicht in meinem Haus wissen.“ Dann entspannen sich ihre Gesichtszüge wieder und sie sieht sogleich etwas freundlicher aus. „Wenn alles geklärt ist, dann werde ich dazu bereit sein, dich ebenfalls als meinen Schüler aufzunehmen.

Cery atmet erleichtert auf. Für ein paar Sekunden hatte er wirklich Angst verspürt, als die Jägerin ihn angesehen hat. Doch er kennt seine Eltern nicht, da sie ihn bereits früh ausgesetzt hatten. Wie sollte er nun also erklären, wer er ist und woher er kommt? Und was, wenn sie weiß, wer seine Eltern sind und sie vielleicht verfeindet sind? Unbehagen breitet sich in ihm aus. „Ähm ..“, fängt er leise an. „Ich bin quasi ein Waisenkind. Ich wohne auf der Straße.“ Er schluckt. „Wie soll ich erklären, woher ich komme, wenn ich niemanden kenne, den ich zu meiner Familie zählen kann?“ Er sieht Shana kurz an und wendet den Blick aber sofort wieder ab.

Überrascht sieht die Jägerin ihn an. „Nun denn werden wir wohl ein paar Nachforschungen anstellen müssen. Aber ich kann dich beruhigen, solange du nichts unrechtes in diesem Hause tust, so wirst du von meiner Seite keine Gefahr spüren, klar?“ Dann steht sie wieder aus dem Sessel aus. „Du hast Recht, Shaelynn, ein Bad würde euch beiden gut tun. Folgt mir dann also.“ Sie geht durch den Raum, öffnet die schwere Holztür und tritt dann in den Flur hinaus. Es ist wirklich viel dunkler hier als in dem Raum. Selbst wenn es Tag wäre, die Dunkelheit ist immer in diesem Flur. Ohne dies zu berücksichtigen geht Shana vorran. Zwei Zimmer neben jenem, in dem sie eben saßen bleibt sie stehen. Als die beiden hinter ihr aufgeschlossen haben wendet sie sich Shaelynn zu. „Hier wird dein Zimmer sein. Sieh dich dort ein wenig um. Dann werde ich dir gleich einen Bediensteten herbei rufen, der dir das Bad anrichtet. Außerdem werde ich ihnen sagen, dass sie auch deine Wünsche zu erfüllen haben.“ Sie drückt die Türklinke herunter und öffnet die Tür. Auch in diesem Zimmer ist es dunkel, da es draußen bereits tiefste Nacht ist. Shana tritt ins Zimmer herein und macht eine der Öllampen an. Sofort erhellt die Lampe das Zimmer und taucht es in ein wohliges Licht. Dann deutet sie auf die gegenüberliegende Tür. „Dahinter befindet sich das Bad. Mach es dir hier gemütlich und warte, bis ich dir jemanden geschickt habe, ja? Ich werde derweil Cery sein Zimmer zeigen.“ Sie geht wieder zur Tür, Cery im Schlepptau. „Achja“, sie dreht sich noch einmal zu Shaelynn um. „Ihr könnt euch jederzeit sehen, doch denkt daran, dass Haus ist groß, man kann sich leicht verlaufen und ihr seid hier nicht allein. Eventuell werdet ihr einem meiner Geschwister über den Weg laufen. Diese Nacht eher nicht, da ich mich zur Zeit allein hier befinde, aber es könnte jederzeit sein. Nun denn, wir lassen dich jetzt allein.“ Damit schließt sie die Tür hinter Cery und sich.

Die beiden gehen die Treppe hinunter, so dass sie wieder in der Eingangshalle stehen. Von dort aus gehen sie den Gang gegenüber der Tür entlang. Sie gehen an der Küche vorbei, dann bleiben sie an dem vierten Zimmer stehen. Shana öffnet es und macht ebenfalls Licht an. „Dies hier ist das Gästezimmer“, sagt sie zu Cery und lässt ihn eintreten. „In der nächsten Zeit wird es dir gehören. Es ist nicht so groß wie die anderen Zimmer, aber es dürfe genügen. Es hat ebenfalls ein kleines Bad“, dabei deutet sie auf eine eher versteckte Tür rechts von ihnen. „Auch dir werde ich gleich jemanden schicken.“ Dann verlässt sie seinen Raum wieder. „Morgen früh werde ich dich hier abholen und dann besprechen wir das restliche.“

Sie tritt wieder in den Flur und macht sich auf den Weg in das Zimmer der Bedienstete, welches sich schräg gegenüber dem von Cery befindet. Dort müssen sich stets mindestens zwei Bedienstete aufhalten. Shana weist sie dann an, jeweils in eines der Zimmer zu gehen und das Bad anzurichten, sowie etwas zu trinken anzureichen. Dann macht sie sich selber noch einmal zu dem Zimmer von Shaelynn auf. Sie klopft kurz an und öffnet dann die Tür. Sie erzählt ihr kurz, dass sie das Mädchen morgen früh abholen wird. Dann zieht sie sich in ihr eigenes Zimmer zurück, welches sich schräg gegenüber von Shaelynn’s befindet. Dort entkleidet sie sich und legt sich dann in ihr Bett, um über die Ereignisse nachzudenken, bis sie dann der Schlaf einholt.

11.4.07 22:36


„Nunja...“, verlegen antwortet Shaelynn Shana „ wirklich ausgebildet bin ich leider nicht. Meine Eltern wollten nicht, dass ich auch dem gefärhlichen Handwerk der Vampirjäger nachgehe, deshalb durfte ich das Kämpfen und Jagen mit Schwert und Bogen niemals lernen. Dies war nur meinem großen Bruder vorbehalten. Zum Glück war ich sehr eng mit ihm befreundet und deshalb habe ich ihn dann ab und zu auch dazu überreden können, mir heimlich ein paar Tricks mit dem Schwert beizubringen.“ Shaelynns Gedanken schweifen ab und sie erinnert sich nun wieder sehr stark an die kalten Sommermorgen, an denen die beiden sich schon sehr früh aus dem Haus geschlichen haben und heimlich auf der Lichtung im Wald trainiert hatten. Mit einem wehmütigen Lächeln sieht sie ihren Bruder mit den immer zerzausten, pechschwarzen Haaren vor sich stehen und daneben sie, das kleine, unschuldige Mädchen, welches damals mit seinen knapp 7 Jahren das Schwert nur mit großer Mühe festhalten konnte, aber eifrig versuchte, alle Übungen perfekt nachzumachen. Im Schwertkampf ist sie nicht wirklich gut geworden, da sie einfach noch zu klein und zu schmächtig gewesen war, um das Schwert ordentlich führen zu können. Mit dem Pfeil und Bogen sah dies jedoch ganz anders aus. In all den Jahren hat sie immer heimlich aber oft trainiert und war nun eine recht gute Bogenschützin geworden. Cerys Husten, weil er sich an seinem Essen verschluckt hat, reißt sie aus ihren abschweifenden Gedanken heraus.

 

„Ja, kann Cery eigentlich nicht auch als Vampirjäger ausgebildet werden? Weil zu zweit zu lernen macht doch gleich doppelt so viel Spaß !“, ...und außerdem kann ich dann den ganzen Tag in seiner Nähe sein, fügt Shaelynn in still hinzu. Sie freute sich schon sehr darauf, endlich richtig kämpfen zu lernen.

 

„ Hmm...Shana?“, traut sich Shaelynn nun endlich zu fragen, „also....wenn es Euch nichts ausmacht, ich würde mich jetzt ganz gerne waschen gehen.... Weil ich stinke wie die Hölle....!“ meint Shaelynn und rümpft die Nase angewiedert.

 

11.4.07 22:35


Obwohl Geduld nicht wirklich zu ihren Stärken gehört, versucht Shana, Shaelynn zuzuhören. Und in den Dingen, die sie ihr vortrug, hatte sie recht. Die Ähnlichkeit mit ihrer Großmutter ist verblüffend. Shana nickt zufrieden. Das Brandmal der Stute war ihr vorhin nicht aufgefallen, aber sie zweifelt nicht an Shaelynn’s Aussage. Doch am meisten verblüfft sie die Kette, welches das Familienwappen darstellt. Diese wiegt sie von der rechten in die linke Hand. Es ist wunderschön. Sie betrachtet es eine Weile lang ohne Cery und Shaelynn zu beachten. „Alles, was du erzählt erscheint mir als wahr“, sagt die dann an Shaelynn gerichtet. „Doch bevor ich dich hier aufnehmen kann, so muss ich natürlich mit den anderen Familienmitgliedern sprechen. Doch eigentlich sehe ich darin kein Problem.“ Ein leichtes Lächeln huscht über ihre Lippen. Wieder betrachtet sie die Kette, welche sich immer noch in ihrer rechten Hand befindet. „Es ist herrlich. In unserem Familienzweig gibt es nur noch eine dieser Ketten. Alle anderen sind verloren.“ Sie seufzte. Dann reicht sie Shaelynn die Kette wieder. „Es ist deine, geh behutsam mit ihr um, sie ist etwas ganz seltenes und sehr wertvoll.“ Langsam lässt sie diese dann in Shaelynn’s Hand gleiten.

Kurz darauf klappt die Tür und der Bedienstete tritt herein. Ein herrlicher Duft von warmem Essen weht zu ihnen herüber. Cery wendet seinen Kopf begierig in die Richtung. „Ich habe seit Ewigkeiten nichts mehr gegessen“, sagt er, während er sich am liebsten sofort auf das Essen gestürzt hätte. Der Bedienstete stellte erst Cery einen Teller mit dampfenden Essen auf den Holztisch. Danach serviert er auch Shaelynn einen großen Teller. Dazu stellt er ihnen ein großes Glas Orangensaft hin, auch Shana bekam eins. Mit einem Nicken bedankt sie sich beim Bediensteten und bedeutet ihm dann, wieder zu gehen. Zu Cery und Shaelynn gewendet sagt sie dann: „Lasst es euch schmecken.“ Selbst greift sie nach dem Glas und nimmt einen großen Schluck. Danach lässt sie sich in den Sessel zurückfallen und sieht den beiden beim Essen zu.

Nach einer Weile will sie das Gespräch dann wieder aufnehmen. „Wie sieht das mit euch zwei eigentlich aus?“ Sie grinst leicht, nimmt dann aber schnell wieder ihren normalen, eher ausdruckslosen Gesichtsausdruck an. „Gehörst du zu ihr?“ Sie sieht Cery an, der kaum von seinem Teller hochschaut. „Ich habe ihr bei der Suche nach Euch geholfen“, antwortet er mit vollem Mund. „Soso. Wenn ich euch zwei so sehe, da denke ich glatt, es würde euch nicht gefallen, wenn nur einer von euch bliebe, richtig?“ Sie lehnt sich wieder nach vorn und stützt ihre Arme auf den Lehnen des Sessels auf. „Ich mache euch einen Vorschlag.“ Sie sieht die beiden an. „Hört gut zu. Shaelynn kann auf jeden Fall hierbleiben, mit ihr und den anderen Geschwistern werden wir alles weitere besprechen. Du bekommst ein Zimmer hier im Palazzo.“ Sie macht eine kurze Pause und sieht dann Cery an. „Und du Cery, du kannst erst einmal hierbleiben. Wir besitzen auch Gästezimmer, allerdings verspreche ich dir nichts auf Dauer. Auch das muss erst abgesprochen werden.“ Cery nickt eifrig, isst dann aber wieder weiter. Er kann gar nicht glauben, so eine große Mahlzeit zu bekommen.

„Shaelynn, wie sieht es mit deiner Ausbildung als Vampirjägerin aus? Wie du sicherlich weißt, ist es Tradition in unserer Familie, dass wir das Handwerk weiter lehren von Generation von Generation. Wenn du also hier bleiben möchtest, so werden wir ganz gewiss auch diverse Übungen erarbeiten und gemeinsam auf Jagd gehen.“ Sie steht auf und geht zum Fenster. Mit dem Rücken zu den beiden erzählt sie weiter. „Das Training findet tagsüber statt. Die Jagd natürlich grundsätzlich nachts. Es findet aber meistens nicht beides an einem Tag statt.“ Dann dreht sie sich wieder um und geht wieder auf den Sessel zu, lehnt sich mit dem Rücken an den Sessel. „Ich schlage vor, dass ich nachher die Zimmer zeige und ihr euch ausruht. Morgen früh werde ich euch alles zeigen und übermorgen wird mit dem Training angefangen.“ Dann lässt sie ihren Blick auf Cery ruhen. „Wenn du hier bleiben willst, dann müssen wir uns auch noch etwas für dich ausdenken. Doch genug jetzt, habt ihr noch Fragen?“

11.4.07 22:35


Neugierig folgt Shaelynn Shana in das Innere des Palazzos. Wie es dort wohl aussehen mag? Von außen wirkt der Palazzo sehr prächtig. Mit entsprechenden Erwartungen betritt sie hinter Cery und Shana das Gebäude. Zu ihrem Bedauern besteigt Shana zielstrebig die große Treppe und lässt Shaelynn kaum die Zeit , sich umzuschauen. Aber sie vertröstet sich mit dem Gedanken, dies zu späterer Zeit noch nachholen zu können. Dennoch versucht sie auf dem Weg zu dem Zimmer, zu dem Shana sie führt, ein Blick in eines der vielen Zimmer zu werfen, welche vom Flur abgehen. Jedoch sind alle Türen verschlossen. Dies ist anscheinend nicht so der richtige Ort für ihre Neugier. Nach kurzer Zeit bleiben sie dann auch schon vor einer Tür dieses schummerigen Flurs stehen. Shaelynn folgt der Aufforderung Shanas, in den Salon einzutreten. Erstaunt schaut sie sich in dem schön eingerichteten Salon um. Denn dort scheint einfach alles perfekt zusammen zu passen. Auf Anhieb fühlt sie sich sehr behaglich dort. nachdem sie sich in einem der sehr bequemen Sessel niedergelassen hat, lässt sie den Blick aus der großen Fensterfront schweifen. Es muss bestimmt schön sein, vom Balkon aus zu einem genüsslichen Gläschen Wein den Sonnenuntergang zu betrachten und die letzten Atemzüge des Tages mitzubekommen, bevor die Nacht hereinbricht. Shanas Frage , ob sie etwas zu essen und zu trinken haben wollen, reißt sie wieder aus ihren abschweifenden Gedanken und macht ihr auf einmal klar, das sie ziemlichen Hunger hat. Das hatte sie in den letzten Stunden aufgrund der ganzen aufregenden Geschehnisse total vergessen und verdrängt.
Und nun antwortet Shaelynn endlich auf Shanas berechtigte Frage nach Beweisen : „ Nun, es gibt da ein paar Beweise, jedoch weiß ich natürlich nicht, ob sie Euch reichen werden. Erst einmal gibt es ja meine Erinnerungen als Beweis. Da Ihr jedoch nicht viel über meinen Stamm der Familie wisst, nützt mir das wahrscheinlich nicht allzu viel. Ja, als nächstes gäbe es dann mein Aussehen. Von meinen Eltern weiß ich, dass ich genau so ausschaue, wie meine Großmutter in ihrer Jugendzeit ausgeschaut hat. Da meine Großeltern ihre Kindheit noch hier verbracht haben, hoffe ich, dass es hier vielleicht noch alte Familiengemälde von Ihnen gibt, auf denen Ihr meine Ähnlichkeit mit meiner Oma vergleichen könnt.“ Shaelynn machte eine kurze Pause. Sie hoffte inständig, dass sie ihrer Großmutter wirklich so ähnlich sah, wie es ihr erzählt wurde, denn sonst hätte sie noch einen Beweis weniger.
„Nun“, knüpfte sie an ihre Erzählung an , „ dann gäbe es da noch mein Pferd. Ich weiß nicht ob es Euch schon aufgefallen ist, aber sie ist eine sehr edle Andalusier-Stute , und auf ihrem Hals etwas unter der Mähne hat sie ein Brandmal – nämlich unser Familienwappen. Und da dieses ja schon seit Generationen existiert, werdet Ihr es bestimmt sofort erkennen.
Naja , und als letzten Beweis habe ich noch das hier ,“ sagt Shaelynn und zieht unter ihrer Tunika eine feine silberne Kette hervor, die Tag und Nacht um ihren Hals hängt. An dieser Kette ist ein elegant verarbeiteter filigraner und wunderschöner Anhänger dran. Der silberne Anhänger stellt das Familienwappen dar, welches wunderschön umrandet und mit schnörkeln verarbeitet wurde. Shaelynn kann Stunden damit verbringen , dieses Wappen zu betrachten und mit ihren Fingern den Schnörkeln nachzufahren .Zu ihrem zehnten Geburtstag hat sie dieses alte wertvolle Erbstück von ihren Eltern geschenkt bekommen.  Vorsichtig löst Shaelynn die Kette vom Hals und lässt sie in Shanas Hand gleiten. „ Ich weiß nicht, ob Ihr diese Kette schon einmal gesehen hast. Ich hoffe es zumindest, und ich weiß, dass es mehr als nur dieses einzige Stück gibt.“

 

11.4.07 22:34


Schmunzelnd sieht Shana die beiden an. „Eure Kleidung ist zwar nicht die angemessenste, aber da werde ich wohl eine Ausnahme machen.“  Kurz sieht sie dem Bediensteten nach, der die beiden Pferde in den Stall führt. „Mach dir keine Sorgen um dein Pferd, es ist hier bestens ausgehoben“, sagt sie dann zu Shaelynn. „Nachher werde ich euch noch alles zeigen und dann wirst du auch dein Pferd wieder sehen können. Doch nun folgt mir erst einmal hinein.“ Daraufhin öffnet sie mit einem goldenem Schlüssel die riesige Eingangstür. Als sie diese ganz geöffnet hat, bedeutet sie den beiden, dass sie nun hereinkommen können. Hinter ihnen schließt sie die Tür wieder ordentlich. Vor ihnen erstreckt sich nun die riesige Eingangshalle. Von ihr gehen führen mehrere Gänge weg und vor ihnen erstreckt sich eine große Treppe mit einem vergoldeten Geländer. „Nun, später werde ich euch alles genauer zeigen, folgt mir nun hinauf.“ Daraufhin geht sie auf die Treppe zu, um sie dann hinaufzusteigen. Das Holz knarrt leicht unter ihren Schritten. Oben angekommen befinden sie sich wieder in einem Flur, von dem mehrere Zimmer abgehen. Sie biegen nach links ab und gehen den etwas düsteren Flur entlang, der nur spärlich von einigen Leuchtern beleuchtet wird. Am Ende des Flurs bleibt sie vor einer großen Holztür stehen, die sie sogleich öffnet. Nachdem Shaelynn und Cery eingetreten sind, schließt sie auch diese Tür wieder. Sie befinden sich nun in einem Salon, der prächtig ausgestattet ist. Mitten im Raum befindet sich ein Holztisch, um den vier große Sessel stehen, diese sind allesamt in rotem Samt gehalten und passen somit prächtig ins Gesamtbild des Raumes. An den Wänden hängen große Bilder mit goldenen Rahmen. Große, massive Schränke säumen die Wände ein. Unter dem Tisch befindet sich ein flauschiger Teppich. Links des Raumes befindet sich eine große Fensterfront mit einer Tür, welche zu einem Balkon führt. Shana sieht die beiden an. „Nehmt bitte auf den Sessel Platz.“ Dann geht sie selbst hinüber und nimmt in einem der Sessel Platz. Als alle Platz genommen haben, da kommt auch bereits ein anderer Bediensteter hinein. „Soll ich den Kamin anfeuern?“ Shana nickt zufrieden. „Wollt ihr zwei etwas trinken oder essen?“  wendet sie sich dann an Shaelynn und Cery, welches sofort nickt. Dann wendet sie sich wieder an den Bediensteten. „Bringen Sie uns etwas zu trinken und bereiten Sie unseren Gästen ein gutes Mahl.“Zufrieden lehnt sie sich in den Sessel zurück und blickt die beiden Kinder an. ;Wir sollten uns derweil ein bisschen unterhalten. Ich bin euch ziemlich gastfreundlich entgegengekommen und habe euch bis jetzt Glauben geschenkt. Doch nun möchte ich gerne Beweise haben. Habt ihr irgendetwas dabei, was beweist, dass du,“ dabei sieht sie Shaelynn an, „zu der Familie de Talavera gehörst?“

11.4.07 22:34


Staunend betrachtet Shaelynn den Palazzo. Obwohl sie zu Hause auch in einer komfortabel ausgestatteten Villa gelebt hat, überrascht sie dieser Anblick. Schüchtern schaut sie zu Cery hinüber, für den es wohl noch ungwohnter sein muss. "Mir verschlägt es echt den Atem, Shana! Dieser Palazzo ist ja der reine Wahnsinn! " Immer noch staunend dreht sie sich um die eigene Achse und betrachtet alles gemächlich. Auch Cery kann den Blick nicht von den eleganten Fasaden des Palazzos wenden. " Nun denn, was werdet Ihr jetzt mit uns hier anstellen? Ähmm...dürfen wir überhaupt, so dreckig wie wir sind, das Gebäude betreten? " , verlegen zupft sich Shaelynn an ihrem Kleid herum. Es war schon länger her, dass sie und ihr Kleidungsstück Wasser gesehen hatten, und dementsprechend müffelte sie auch. Bisher hatte es sie nicht sonderlich gestört, doch in dem sauberen Hof des Palazzos kam sie sich furchtbar dreckig vor. Sie wartet ungeduldig auf Shanas Antwort, da es Shaelynn kaum erwarten konnte, den Palazzo endlich von innen betrachten zu können.

 

11.4.07 22:31


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